Baufinanzierung: Kombi-Darlehen bieten hohe Flexibilität bei moderater Zinsbelastung

Freitag, 25. März 2011

Kombi-Darlehen(Berlin, 25.03.2011) Eine Variante des bekannten Annuitätendarlehens mit gleichzeitig höherer Sondertilgungsmöglichkeit zu günstigen Konditionen ist das immer beliebter werdende Kombi-Darlehen. Hierbei können bis zu maximal 50% der Darlehenssumme als spezieller Sondertilgungsanteil vereinbart werden, der monatlich ganz oder teilweise zurückgezahlt werden kann. Für diesen Teil des Darlehens orientiert sich der Sollzinssatz am 3-Monats-Euribor (EURO INTERBANK OFFERED RATE = Zinssatz für Termingelder im Interbankengeschäft), während der Rest des Darlehens (mind. 50% der Darlehenssumme) als herkömmliches Annuitätendarlehen mit langfristiger Zinsbindung (mind. 5 Jahre) läuft. Da der Euribor eine variable Größe ist, besteht so die Möglichkeit von Zinssenkungen zu profitieren. Eine Anpassung des Zinssatzes erfolgt alle 3 Monate. Der Kreditnehmer ist dabei jederzeit in der Lage (z.B. bei steigenden Zinsen), den Sondertilgungsanteil in einen fixen Darlehensteil mit gebundenem Zinssatz umzuwandeln.

Für wen empfiehlt sich ein Kombi-Darlehen?

Bei der Vereinbarung von Sondertilgungsmodalitäten muss der Kreditnehmer beim herkömmlichen Annuitätendarlehen im Regelfall mit einer Verschlechterung der Konditionen rechnen. Ist aber gerade die flexible Ausgestaltung mittels weitreichender Sondertilgungsmöglichkeiten für den Immobilienerwerber wichtig (z.B. aufgrund einer zu erwartenden Erbschaft, Versicherungsleistung o.ä.), so stellt das Kombi-Darlehen eine günstige Alternative zum regulären Annuitätendarlehen dar. Dort würden diese Möglichkeiten meist nämlich zusätzlich eingepreist. Ferner bietet die Teilflexibilisierung des Zinssatzes die Möglichkeit an Zinssenkungen zu partizipieren. Im gegenteiligen Falle kann der „Flex-Teil“ jederzeit zu einem regulären langfristig gebundenen Darlehen zu den aktuellen Konditionen umgewandelt werden.

Welche Vor- und Nachteile birgt ein Kombi-Darlehen und welche Alternativen gibt es?

Neben der schon angesprochenen höheren Flexibilität bei den Tilgungsmöglichkeiten wird der Anteil des „flexiblen“ Darlehensteils oftmals nicht in die Gesamtbeleihung eingerechnet. Dies bedeutet oftmals günstigere Konditionen für den fixen Darlehensteil. Die kurze Zinsbindung (3 Monate) des flexiblen Teiles kann jedoch Vor- und Nachteil zugleich sein: Bei Zinssenkungen verringert sich die Belastung des Darlehensnehmers, bei Erhöhungen steht er vor der Entscheidung, eine höhere Belastung zu Gunsten der ausgeweiteten Sondertilgungsmöglichkeiten in Kauf zu nehmen oder doch wieder auf diese zu verzichten und eine neue langfristige Bindung einzugehen (die dann meist mit konditionellen Nachteilen verbunden ist). Die Planungssicherheit wird damit durch mögliche Zinsschwankungen reduziert. Daher sollten die Möglichkeiten des regulären Annuitätendarlehens vorab eingehend geprüft werden: Oft können auch Sondertilgungsmöglichkeiten in „herkömmlichen“ Annuitätendarlehen bis zu gewissen Grenzen ohne Konditionsverschlechterung vereinbart werden. Dagegen steht wiederum die einfache Kündbarkeit von flexiblen Darlehensteilen ohne weitere Kosten. Wird hingegen ein Annuitätendarlehen mit langfristiger Zinsbindung gekündigt, berechnet die Bank Vorfälligkeitsentschädigungen.

Weitere Darlehensformen mit flexiblen Anteilen können sein:
- Das Cap-Darlehen, welches ein variables Darlehen mit vereinbarter Zinsobergrenze darstellt. Hierfür wird jedoch in der Regel ein Zinsaufschlag berechnet.
- Das Flex-Darlehen, welches den kompletten Darlehensbetrag als variables Darlehen (Orientierung am 3-Monats-EURIBOR) zur Verfügung stellt. Ein Wandlungsrecht in ein Darlehen mit langfristiger Sollzinsbindung ist gegeben. Grundsätzlich ist dieses Darlehen nur geeignet, wenn mit fallenden Zinsen gerechnet wird.

Fazit

Kombi-Darlehen können eine gute Wahl sein, wenn der Kreditnehmer berechtigte Gründe für ein teilflexibles Darlehen hat. Wird in naher Zukunft eine größere Summe erwartet, ist eine entsprechende Sondertilgungsvereinbarung für ein langfristig gebundenes Darlehen meist nur mit Aufschlägen möglich. Die für den flexiblen Teil anfallenden Zinsen können allerdings bei ungünstiger Marktentwicklung auch später zu einer Gesamtverteuerung führen. Ferner wird die Bindung an die Bank durch die Teilflexibilisierung erhöht: Soll nämlich später doch in ein langfristig gebundenes Darlehen umgewandelt werden, wird dies bei anderen Banken zu sehr deutlichen Aufschlägen führen, da ja bereits ein solches Darlehen besteht.

Weitere Informationen

» Kombi-Darlehen – hohe Flexibilität bei moderater Zinsbelastung

http://www.immokredit24.com/baufinanzierung/kombi-darlehen.html

» Baufinanzierungen – individuelle Finanzierungsformen

http://www.immokredit24.com/baufinanzierung.html

Kosten bei einem Kredit unter die Lupe nehmen

Montag, 01. Februar 2010

Immer wieder gibt es Angebote für einen Kredit zu einem Zinssatz von 0 %. Angeblich fallen bei solchen Krediten keine Zinsen an – geworben wird auch mit einem 0 % Zinssatz. Dieser Sachverhalt stimmt jedoch nur teilweise. In vielen Fällen sind nämlich noch Bearbeitungsgebühren oder Kontoführungsgebühren fällig. Bei einem Kredit über 2.000 Euro, der innerhalb von einem Jahr zurückbezahlt werden soll, bedeutet eine Bearbeitungsgebühr von 40,00 Euro einen Effektivzinssatz von 2,00%. Bei einem Kredit sollten daher alle anfallenden Kosten berücksichtigt werden. Immer wieder wird von Banken auch gerne eine Restkreditversicherung angeboten. Ob diese wirklich Sinn macht, kann nicht allgemeingültig beurteilt werden. Sie übernimmt die fälligen Raten bei Arbeitslosigkeit oder Scheidung. Eine Restkreditversicherung ist ziemlich teuer und sollte daher nur nach sorgfältiger Abwägung abgeschlossen werden. In den meisten Fällen machen die Banken die Vergabe von einem Kredit nicht vom Abschluss einer Restkreditversicherung abhängig. Dem Kunden wird jedoch suggeriert, dass mit Abschluss einer Restkreditversicherung die Kreditvergabe beschleunigt werden kann. Dem Verbraucher muss bewusst sein, dass die Bank eine Abschlussprovision für eine Restkreditversicherung erhält. Die Höhe der Abschlussprovision ist sehr hoch. Nur deswegen ist die Bank am Abschluss einer Restkreditversicherung interessiert. Die Abschlusskosten werden meistens mit dem Kredit finanziert. Eine Restkreditversicherung wird meistens gleichzeitig mit dem Kreditabschluss angeboten. Es spricht aber nicht dagegen eine Restkreditversicherung auch später abzuschließen. Allerdings wird keine Bank auf diese Tatsache hinweisen. Die Konkurrenz unter den Banken ist groß. Vor allem Kunden mit guter Bonität haben gute Chancen günstige Konditionen zu bekommen. Es lohnt sich die Angebote einzelner Banken zu vergleichen. Ein Zinsunterschied von 2% bedeutet bei einem Darlehen über 50.000 Euro eine Zinsersparnis von ca. 1.000 Euro – und dies allein im ersten Jahr! Der Zinsvorteil wirkt sich auf jedes Jahr der Kreditlaufzeit aus.