Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken sinnvoll?

Dienstag, 06. Dezember 2011

Für manchen Interessenten an Immobiliendarlehen ist der Blick ins benachbarte Ausland augenscheinlich reizvoll. Nach dem Kursfixing des Schweizer Franken beispielsweise bei der Marke von 1,20 zum Euro ist das Wechselkursrisiko für Fremdwährungskredite in CHF abgestellt. Lohnen sich deshalb jetzt Immobilienfinanzierungen in Schweizer Franken? Die Angebote der entsprechenden Banken sind attraktiv und so mancher Finanzierungswillige vergleicht die Konditionen mit denen deutscher Kreditinstitute für sein Immobilienprojekt und findet oft günstigere Konditionen vor.

Das Hauptproblem liegt jedoch nicht bei den Konditionen, sondern vielmehr bei den in der Schweiz üblichen Kreditformen, denn die dort angebotenen Immobilienfinanzierungen sind größtenteils endfällig und an bestimmte Tilgungsträger (z.B. fondsgebundene Lebensversicherungen) gebunden. Schaut man sich diese näher an, stellt man fest, dass die Prognosen für die Entwicklung sehr oft verfehlt werden. Dies würde eine zusätzliche Tilgungszahlung der Kreditnehmer am Ende der Laufzeit erforderlich machen. Die Schweizer Nationalbank hat weiterhin keine verbindlichen Aussagen getroffen, wie und unter welchen Umständen das Kursfixing zum Euro aufrechterhalten werden kann.

Damit verbleibt ein Restrisiko hinsichtlich der langfristigen (und das ist meist entscheidend bei langjährigen Immobilienfinanzierungen) Wechselkursentwicklung. Da im Euroraum derzeit sehr günstige Zinskonditionen für Annuitätendarlehen erreicht werden können, empfiehlt es sich, den offensichtlichen Risiken einer Tilgungsträgerunterdeckung sowie einem vielleicht doch wieder auftretenden Wechselkursrisiko zu entgehen und eine Immobilienfinanzierung in Deutschland zu realisieren.