Volltilgerdarlehen – eine interessante Art der Baufinanzierung

Dienstag, 06. April 2010

Die meisten Baufinanzierungen, die abgeschlossen werden, haben eine längere Phase der Zinsfestbindung. Während dieser Zeit bleibt der Zins für das Baufinanzierungsdarlehen konstant. Ein Zinsänderungsrisiko besteht immer zum Ablauf der Zinsfestbindung. Dann muss der Zins neu verhandelt werden.

Anders verhält es sich bei Volltilgerdarlehen. Hier wird der Zinssatz für die gesamte Kreditlaufzeit festgeschrieben. Es besteht damit eine absolute Zinssicherheit – mehr Zinssicherheit ist nicht möglich. Die Kreditlaufzeit ist allerdings auf maximal zwanzig Jahre beschränkt. Die Rückführung der Baufinanzierung wird so gestaltet, dass mit Ablauf der Kreditlaufzeit das gesamte Darlehen getilgt ist. Hier wird der Tilgungsanteil in Abhängigkeit von der Kreditlaufzeit vorgegeben. Im Gegensatz zu einem Annuitätendarlehen kann der Kreditnehmer den Tilgungsanteil nicht frei wählen.

Ein Volltilgerdarlehen ist die ideale Lösung für diejenigen, die ihre Baufinanzierung schnell und sicher zurückbezahlen möchten. Da der Tilgungsanteil im Vergleich zu einem Annuitätendarlehen relativ hoch ist, ist die laufende Kreditbelastung ebenfalls etwas höher.
Dafür hat der Kreditnehmer jedoch die vollkommene Sicherheit hinsichtlich der Höhe der Kreditrate – und zwar für die gesamte Laufzeit. Das Zinsänderungsrisiko wird auf diese Weise vollständig ausgehebelt. Gerade in Zeiten der niedrigen Zinsen sind Volltilgerdarlehen sehr gefragt. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus relativiert sich der hohe Tilgungsanteil, wenn die Gesamtrate mit einem Annuitätendarlehen verglichen wird, das in einer Hochzinsphase abgeschlossen wurde.

Bei einem Volltilgerdarlehen muss die Kreditlaufzeit eingehalten werden. Eine vorzeitige Rückführung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Sondertilgungen sind meistens nicht zugelassen oder nur gegen Zinsaufschlag möglich. Die Zinssätze für Volltilgerdarlehen sind meistens etwas günstiger als die Zinsen für Annuitätendarlehen. Auf diese Weise bepreist die Bank die bessere Kalkulierbarkeit eines Volltilgerdarlehens.

Wie werden Konditionen für ein Forward Darlehen ermittelt?

Dienstag, 09. März 2010

Bei einem Forward Darlehen wird ein aktueller Zinssatz für die Zukunft gesichert. Die Konditionen für ein Forward Darlehen werden dabei aus der aktuellen Zinsstrukturkurve abgeleitet. Die heutige Zinsstrukturkurve beinhaltet bereits eine Aussage über die künftigen Zinsen. Das Prinzip ist auf dem Grundsatz der Arbitragefreiheit aufgebaut. Die Ableitung erfolgt nach mathematischen Formeln. Dabei hängen die Forward-Sätze vom aktuellen Niveau und der Steilheit der Zinsstrukturkurve ab.

Zugegeben, die Forward-Sätze sind synthetisch erzeugte Zinssätze der Zukunft und treten aufgrund der sich ständig verändernden Marktgegebenheiten nur selten ein. Dennoch ist dies eine anerkannte Methode, um die künftige Entwicklung der Zinssätze voraussagen zu können. Bei den Forward Darlehen gibt es zwei Arten, die es zu unterscheiden gilt. Einerseits gibt es die so genannten „echten“ und „unechten“ Forward Darlehen. Bei echten Forward Darlehen beginnt die Zinsbindung erst mit der Auszahlung des Darlehens zu laufen. Bei unechten Forward Darlehen beginnt die Zinsbindung bereits ab dem Zeitpunkt der Darlehenszusage.

Forward Darlehen sind ein beliebtes Instrument der Zinssicherung im Bereich der Baufinanzierung. Die Zinsbindungen, die erst in den nächsten Jahren auslaufen, können bereits heute mit einem Forward Darlehen hinsichtlich des Zinsänderungsrisikos abgesichert werden. Die Absicherung erfolgt natürlich nicht zu den üblichen Konditionen im Bereich der Baufinanzierung. Die Konditionen werden nach dem oben aufgeführten Prinzip ermittelt. Ein Forward Darlehen ist eine interessante Lösung für die Einschränkung des Zinsänderungsrisikos zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung. Ein Kreditnehmer hat dabei die absolute Transparenz und Sicherheit für mehrere Jahre im Voraus.
Auch bei Forward Darlehen gilt allerdings, dass die Konditionen unter den Banken verglichen werden sollen.

Kosten bei einem Kredit unter die Lupe nehmen

Montag, 01. Februar 2010

Immer wieder gibt es Angebote für einen Kredit zu einem Zinssatz von 0 %. Angeblich fallen bei solchen Krediten keine Zinsen an – geworben wird auch mit einem 0 % Zinssatz. Dieser Sachverhalt stimmt jedoch nur teilweise. In vielen Fällen sind nämlich noch Bearbeitungsgebühren oder Kontoführungsgebühren fällig. Bei einem Kredit über 2.000 Euro, der innerhalb von einem Jahr zurückbezahlt werden soll, bedeutet eine Bearbeitungsgebühr von 40,00 Euro einen Effektivzinssatz von 2,00%. Bei einem Kredit sollten daher alle anfallenden Kosten berücksichtigt werden. Immer wieder wird von Banken auch gerne eine Restkreditversicherung angeboten. Ob diese wirklich Sinn macht, kann nicht allgemeingültig beurteilt werden. Sie übernimmt die fälligen Raten bei Arbeitslosigkeit oder Scheidung. Eine Restkreditversicherung ist ziemlich teuer und sollte daher nur nach sorgfältiger Abwägung abgeschlossen werden. In den meisten Fällen machen die Banken die Vergabe von einem Kredit nicht vom Abschluss einer Restkreditversicherung abhängig. Dem Kunden wird jedoch suggeriert, dass mit Abschluss einer Restkreditversicherung die Kreditvergabe beschleunigt werden kann. Dem Verbraucher muss bewusst sein, dass die Bank eine Abschlussprovision für eine Restkreditversicherung erhält. Die Höhe der Abschlussprovision ist sehr hoch. Nur deswegen ist die Bank am Abschluss einer Restkreditversicherung interessiert. Die Abschlusskosten werden meistens mit dem Kredit finanziert. Eine Restkreditversicherung wird meistens gleichzeitig mit dem Kreditabschluss angeboten. Es spricht aber nicht dagegen eine Restkreditversicherung auch später abzuschließen. Allerdings wird keine Bank auf diese Tatsache hinweisen. Die Konkurrenz unter den Banken ist groß. Vor allem Kunden mit guter Bonität haben gute Chancen günstige Konditionen zu bekommen. Es lohnt sich die Angebote einzelner Banken zu vergleichen. Ein Zinsunterschied von 2% bedeutet bei einem Darlehen über 50.000 Euro eine Zinsersparnis von ca. 1.000 Euro – und dies allein im ersten Jahr! Der Zinsvorteil wirkt sich auf jedes Jahr der Kreditlaufzeit aus.