Die klassische Baufinanzierung

Donnerstag, 14. Juli 2011

Es gibt viele Wege um zu den eigenen vier Wänden zu kommen. Viele Menschen entscheiden sich dabei für die klassische Lösung einer Baufinanzierung: Diese sieht eine Eigenkapitaldecke von mindestens 20% vor und bedeutet in erster Linie keine Spekulation hinsichtlich der Baufinanzierungskonditionen. Die Konditionen werden für mehrere Jahre festgeschrieben. Bei den meisten liegt die Zinsfestschreibung der Baufinanzierung Konditionen bei 10 Jahren.

Fremdwährungsdarlehen, variabel verzinsliche Darlehen mit Cap, endfällige Darlehen – all diese Anlageformen werden von den sicherheitsorientierten Kreditnehmern gemieden. Eine klassische Baufinanzierung besteht aber nicht unbedingt nur aus einem Bankdarlehen. Die Einbindung der öffentlichen Fördermittel durch ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Darlehen) gehört ebenfalls dazu. Hier kommt es allerdings auf das Förderprogramm an. Manche Förderprogramme der KfW bieten wirklich günstige Baufinanzierungskonditionen an, die deutlich unter dem Marktniveau liegen. Das sind meistens Förderprogramme, die auf Energiesparmaßnahmen abzielen oder alternative Energieformen fördern. Andere Förderprogramme der KfW-Bank sind im Hinblick auf die Baufinanzierungskonditionen nicht unbedingt die günstigeren. Die Baufinanzierungskonditionen einer Geschäftsbank können sogar günstiger sein.

Des Weiteren wird bei einer klassischen Baufinanzierung der gesamte Finanzierungsbedarf häufig in zwei bis drei Darlehen geteilt – etwa ein größeres Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung und ein kleineres mit fünfjähriger Zinsbindung. Man geht davon aus, dass das kleinere Darlehen in fünf Jahren komplett zurückbezahlt werden kann, und zahlt daher etwas weniger Zinsen, da diese bei einem fünfjährigen Darlehen geringer sind, als bei einem Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindungsdauer. Wenn die Rückführung nicht möglich sein wird, so hoffen die Kreditnehmer auf fallende Zinsen in fünf Jahren. Diese Vorgehensweise ist insbesondere in Hochzinsphasen zu beobachten. In Niedrigzinsphasen wird meistens von steigenden Zinsen ausgegangen. In solchen Zinsphasen wird weniger gesplittet.

Baufinanzierung über Fremdwährungskredit: Ja oder nein?

Freitag, 29. April 2011

Zum Erwerb, Bau oder Umbau einer Immobilie benötigen die meisten Erwerber eine Baufinanzierung. Auf der Suche nach einer möglichst günstigen Variante stoßen dabei viele Interessenten auf die Möglichkeit der Finanzierung per Fremdwährungskredit, sprich die Aufnahme einer Baufinanzierung in einer fremden Währung (z.B. Schweizer Franken oder US-Dollar). Dahinter steht die Hoffnung auf finanzielle Vorteile aus niedrigeren Zinsen und günstiger Wechselkursentwicklung. Grundsätzlich besteht hier ein relativ hohes Risiko, da viele der Anbieter kapitalmarktabhängig sind und zudem eine Wechselkursentwicklung niemals vorher gesagt werden kann.

Das Ganze ist also eine Art Spekulation. Diese kann ebenso aufgehen wie auch daneben laufen – daher sollte eine genügend große Kapitaldecke vorhanden sein. Selbst wenn der Tilgungsträger sorgfältig ausgewählt wurde, das Zinsrisiko durch lange Zinsbindung ggf. reduziert und die Wechselkurssituation genauestens analysiert wurden, ist dies keine Garantie für eine wirklich günstige Finanzierungsform. Es können am Kapitalmarkt immer Entwicklungen auftreten, die nicht vorhersehbar waren und zu langfristig schlechteren Bedingungen für das aufgenommene Darlehen führen. Will man dann mit rechtlichen Mitteln agieren, stellt sich die Frage nach der Rechtsauffassung des Landes, wo der Darlehensgeber seinen Sitz hat.

Es benötigt viel spezifisches Fachwissen und einen globalen Marktüberblick, wenn man sich auf diese Spekulation einlassen möchte und seine Baufinanzierung über ein Fremdwährungsdarlehen finanziert. Doch auch wer sich dazu entsprechender Fachleute (die das meist auch nicht gratis erledigen) bedient, kann das Risiko zwar vermindern, aber nicht ganz ausschalten. Gewisse Anbieterkreise stehen bereits seit längerer Zeit im Visier der Finanzmarkaufsichtsbehörden. Hier fanden bereits Regulierungen statt, um insbesondere private Darlehensnehmer zu schützen. Oft sind diese mit den Bedingungen und Voraussetzungen für eine solche Finanzierung nicht vertraut genug, um im Problemfall damit umgehen zu können.